Internationale Pokale
Was nun?
Wie geht es weiter für die drei Bundesligisten in der Champions League?
Meister VfL Wolfsburg muss in seinem letzten Vorrundenspiel am 8. Dezember gegen den englischen Meister Manchester United antreten, es geht um den Achtelfinaleinzug. Als Tabellenzweiter der Gruppe B liegen die Niedersachsen mit sieben Punkten drei Zähler hinter den bereits für die nächste Runde qualifizierten Red Devils.
Punktgleich Dritter ist ZSKA Moskau, das in seinem abschließenden Gruppenspiel bei Schlusslicht Besiktas Istanbul antritt. Die Türken haben dagegen mit vier Zählern keine Chance mehr auf einen Verbleib in der Königsklasse und kämpfen um den Verbleib in der Europa League.
Dank des gewonnenen direkten Vergleichs mit Moskau (3:1 im Hinspiel/1:2 im Rückspiel) hat Wolfsburg das Erreichen der K.o.-Phase selbst in der Hand. Bei einem Sieg gegen ManU wären die "Wölfe" in jedem Fall mindestens Gruppenzweiter.
Sollte ein möglicher Sieg die 1:2-Niederlage in Manchester wettmachen, könnte der VfL sogar an United vorbei auf Platz eins vorrücken. Für den Fall, dass auch Moskau mit einem Sieg auf zehn Punkte käme und mit ManU und Wolfsburg gleichzöge, würde der Überkreuz-Vergleich allerdings für Manchester vor Wolfsburg und Moskau sprechen.
Bei einem Unentschieden wäre der VfL auf Schützenhilfe aus Istanbul angewiesen. Dann wäre der Bundesligist nur weiter, wenn ZSKA nicht bei Besiktas gewinnt. Sollte Wolfsburg gegen ManU verlieren, würde es nur fürs Achtelfinale reichen, wenn auch Moskau in Istanbul verliert. Dann hätten alle drei Teams sieben Punkte und der Direktvergleich würde Wolfsburg auf Rang zwei vor ZSKA und Besiktas ausweisen.
Vergleichsweise einfach ist die Rechnung für Bayern München und den VFB Stuttgart.
Bei einem Sieg am 8. Dezember bei Juventus Turin (8 Punkte) stehen die Münchner im Achtelfinale, bei einem Unentschieden oder einer Niederlage in der Europa League.
Das Gleiche gilt für die Schwaben, die mit sechs Punkten aus fünf Spielen nicht mehr vom dritten Platz verdrängt werden können. Für das Achtelfinale der Champions League benötigt der VFB im abschließenden Gruppenspiel gegen Unirea Urziceni am 9. Dezember ebenfalls einen Sieg. Die Rumänen besiegten den FC Sevilla 1:0 und liegen noch zwei Punkte vor den Stuttgartern.
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Die Angst in München
Vor dem Spiel gegen Girondins Bordeaux geht bei den Verantwortlichen des FC Bayern München langsam der Arsch auf Grundeis. Die Hoffnungen des Rekordmeisters ruhen vor allem auf dem verletzungsanfälligen Kurzarbeiters Arjen Robben.
Schon im vierten Gruppenspiel der Königsklasse geht es für den deutschen Rekordmeister schon um alles oder nichts. Nur bei einem Sieg am Dienstag (20.45 Uhr/live bei Sky) gegen Girondins Bordeaux ist das angestrebte Minimalziel Achtelfinale für die stark aufgerüsteten Bayern noch erreichbar, ansonsten droht der Millionentruppe der “Abstieg“ in die Europa League.
Selbst Uli Hoeneß, der selten für objektive Kommentare zu seinen Bayern zu haben ist, gestand ein, dass er vor dem richtungweisenden Duell feuchte Hosen bekommt. "Das ist fast schon ein Endspiel. Wenn du da nicht gewinnst, wird es extrem schwer. Ich bin ziemlich nervös, zumal wir ja auch gegen Juventus nicht gewonnen haben", so der Manager.
Erfreuliches konnte der Manager, der nach 30 Jahren sein Amt niederlegen und sich zum Präsidenten wählen lassen wird, vermelden. Er wird den Wechsel mit stolzen Zahlen vollziehen und seinen Bayern als Abschiedsgeschenk noch ein nettes Sümmchen einfahren. "Es kann ein guter Herbst werden für den FC Bayern", hatte er frohlockt. Grund dafür ist der als sicher geltende Einstieg von Audi.
Audi wird gut neun Prozent an der FC Bayern AG erwerben, dazu kommt ein sehr lukrativer Werbevertrag über eine Laufzeit von zehn Jahren. "Das ist ein Betrag weit über 100 Millionen - alles zusammen. Das ist ein Paket", sagte Hoeneß. Nach Medien-Informationen bewegen sich die Audi-Gelder sogar in Bereiche von weit über 200 Millionen Euro. In jedem Fall ist der Betrag, den die Münchner erhalten, der größte Deal zwischen einem Klub und einer Firma in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.
Nach den großen Investitionen von 340 Millionen Euro für die Allianz-Arena und die millionenschweren Umbauten an der Säbener Straße kommt der Geldregen gerade recht. Nach den jetzigen Fehleinkäufen, die in der Bayern-Kreisen nicht zu einer Einheit finden, wird ein Teil der Summe auch für Spieler ausgeben. Vor allem im kommenden Sommer, so hat Hoeneß angekündigt, werde München sich wieder nach neuen Spielern umsehen. Ob es dann zu einer Verpflichtung von Schalkes Torhüter Manuel Neuer kommen wird ist aber trotz Audi-Millionen fraglich, da das große Manchester United Interesse an Neuer verkündet hat.
Audi wird nach Adidas (10 Prozent) ein wichtiger Partner der Bayern werden. Adidas hatte 2002 rund 77 Millionen Euro an die Münchner überwiesen. Einen hohen Gewinn dürfen die Ingolstädter vom FC Bayern derzeit allerdings nicht erwarten. Im Geschäftsjahr 2007/2008 blieben den Münchnern nach Steuern lediglich 2,1 Millionen Euro und das bei einem Umsatz von knapp 287 Millionen Euro. Doch Audi scheint wild entschlossen den Kontrakt zu unterschreiben.
Uli Hoeneß wird es freuen, scheinen weitere Champions League – Einnahmen nach den dürftigen Leistungen eher unwahrscheinlich…
